CHANIA
Die Hafenstadt Chania (griechisch Χανι ) liegt an der Nordwestküste der griechischen Insel.
Die Stadt ist mit ca. 70.000 Einwohnern die zweitgrösste Ansiedlung auf Kreta. Chania ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur, die den gesamten Westen Kretas umfasst. Der internationale Flughafen von Chania befindet sich in etwa 12 km Entfernung von der Stadt auf einer Ebene der Akrotiri-Halbinsel. Vom Hafen in Souda haben Sie Verbindung nach Piräus und auf die Kykladen.
Die Stadt wurde auf den Ruinen des alten KYDONIA aufgebaut. Viele Invasoren gaben ihr schliesslich das heutige Gesicht.
Antike
In der Antike befand sich an dieser Stelle die Stadt Kydonia, deren Ursprünge bis ca. 3400 v. Chr. zurückreichen . Damit ist diese eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Siedlungsstätten Europas. Für die Zeit um 1500 v. Chr. sind Handelsbeziehungen der minoischen Stadt mit Ägypten bezeugt. Kydonia wird auch bei Homer erwähnt. Auch in der griechischen und römischen Zeit prosperierte die Stadt.
Mittelalter
Der Niedergang von Kydonia vollzog sich im 13. Jahrhundert, als vor allem in dieser Region Venedig, Genua und die einheimische Bevölkerung um die Vorherrschaft auf Kreta kämpften. Nach dem Sieg der Venezianer nannten sie die Stadt La Canea 1252. Die Hafenstadt wurde zur wichtigsten ökonomischen und politischen Verbindung zwischen Kreta und Venedig (daher der damalige Beiname "Venedig Kretas").
17. bis 20. Jahrhundert
Im August 1669 wurde Chania von den Türken erobert, die die Stadt zum Sitz eines Paschas machten. Die türkische Herrschaft dauerte bis 1898. Danach war Chania Hauptstadt des autonomen Kreta und blieb auch nach der Vereinigung mit Griechenland bis 1971 Sitz der Administration.
Im Zweiten Weltkrieg war Chania schwer umkämpft. Deutsche Bomber zerstörten die Altstadt stark. Ein Marinemuseum mit Ausstellungstücken aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs befindet sich im Hafen. Seit 1984 hat die Technische Universität Kreta einen Campus in Chania.
Sehenswürdigkeiten
Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Chanias stammen aus der venezianischen Zeit: der Hafen mit dem Leuchtturm und den Arsenalen (um 1500). Der Leuchtturm wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert und stabilisiert, so dass nun nicht mehr die Gefahr eines Einsturzes besteht. Die Kirchen San Lorenzo und San Salvatore, die Kirche Agios-Nikolaos mit dem Minarett. Ursprünglich gehörte sie zum Agios Nikolaos-Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche, ein langer eleganter Bau mit grossen Spitzbögen im Inneren, war eine der venezianischen Hauptkirchen von Chania. Der Türkenherrscher Sultan Ibrahim wandelte die Kirche in eine Moschee um und gab ihr seinen Namen. Neben der Agios Nikolaos-Kirche steht das Minarett der ehemaligen Ibrahim-Moschee. Die Janitscharenmoschee, die Markthalle, ja überhaupt die ganze ALTSTADT laden zur Besichtigung und zum Bummel ein. In den Gassen finden Sie noch traditionelles Handwerk wie die Stiefelmacher, Webereien und die Messerhersteller. Doch VORSICHT- made in China hat auch hier Einzug gehalten.
Museen
Archäologisches Museum: Tel. 28210 90334: Funde aus Westkreta von der Jungsteinzeit bis zur römischen Epoche
Historisches Archiv: Tel. 28210 52606: Reiche Sammlung zur Geschichte Kretas
Schiffahrtsmuseum: Tel. 28210 91875, 9.00-16.00 Uhr täglich, Exponate vom Altertum bis ins 20. Jh.
Byzantinische Sammlung: Tel. 28210 96946: Mosaike, Keramik, Münzen und Miniaturen u.v.m.
Olivenmuseum: Tel. 28210 83476; 8.00-14.00 Uhr nach telef. Absprache
Kirchen
AGII-ANARGIRI-KIRCHE mit byzantinischen Wandmalereien
ST. MAGDALENEN-KIRCHE ein Sakralbau in russisch-byzantinischem Stil im interessanten HALEPA-Viertel
Kloster Chrissopigi ein Frauenkloster in Richtung Mournies gelegen. Bekannt für Ikonenmalerei und biol. Olivenöl
Verschiedenes
Kunsthandwerker-Dorf VIOPA, Souda von 10.00 -14.30 Uhr, Tel.: 28210 80132
Schutzpark für Flora und Fauna , Tech. Universität, Akrotiri, Tel.: 28210 55988
Kunstgalerie Halidon 98, Chania, Tel.: 28210 92294
03.01.2008 12:09

